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Jeder der gern Fotos macht, malt oder sich sonst für Kunst und Ästhetik interessiert, sollte ihn kennen: den Goldenen Schnitt!

Per definitionem ist der Goldene Schnitt (lat. sectio aurea) ein bestimmtes Verhältnis zweier Zahlen, meist die Längen von Strecken. Das Verhältnis des kleineren zum größeren dieser Abschnitte ist dabei genauso groß, wie das Verhältnis des größeren Abschnitts zur ganzen Strecke. Unter Anwendung dieser Maßregel entsteht die Empfindung einer idealen Proportion, die als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie angesehen wird. Darüber hinaus tritt es auch in der Natur in Erscheinung und zeichnet sich durch eine Reihe interessanter mathematischer Eigenschaften aus. Weitere verwendete Bezeichnungen sind „stetige Teilung“ und „göttliche Teilung“ (lat. proportio divina). Die Bezeichnung stetige Teilung bezieht sich auf den Umstand, dass dieser Vorgang beliebig oft wiederholbar ist und dabei stets dasselbe Verhältnis liefert.

Vertretend für den großen Bereich der Architektur ist das alte Leipziger Rathaus als herausragendes Bespiel zu nennen. Der Turm mit der Uhr teilt die Längsseite des Gebäudes gerade im goldenen Schnitt. In der Kunst fand die Harmonie des goldenen Schnittes zum Beispiel Anwendung in Dürers „Selbstportrait“. Die Spitzen seiner Haare bilden eine horizontale Linie, die die Höhe des Bildes im goldenen Schnitt teilt. Man erkennt also, dass auch der Ursprung moderne Bildgestaltungsregeln (etwa in der Fotografie s.u.) in der entfernten Vergangenheit zu suchen ist.

Aber wie findet man ihn nun, den goldenen Schnitt? Einerseits kann er berechnet werden, andererseits kann er folgendermaßen konstruiert werden:

 


Konstruktion – Innere Teilung
 (eine vorgegebene Strecke AB teilen)

Die Strecke AB ist die Ausgangsstrecke.
Fälle ein Lot auf der Strecke AB durch den Punkt B. Die Strecke BC hat die halbe Länge der Strecke AB (Hilfskreis a für das Lot durch B und Steckenhalbierende b für die Länge von BC).
Ein Kreis um C (Ausschnitt c) mit dem Radius BC schneidet die Strecke AC im Punkt D.
Ein Kreis um A (Ausschnitt d) mit dem Radius AD schneidet nun die Ausgangsstrecke AB. Es entsteht der Punkt S - er teilt die Ausgangsstrecke im Verhältnis des Goldenen Schnittes.
(Im Gegensatz dazu würde bei der äußeren Teilung ein verhältnismäßiges Stück an die vorgegebene Strecke ran konstruiert werden.)


Im Folgenden habe ich auf einige meiner Arbeiten ein Raster gelegt. Es entstand durch eine Teilung jeder Bildkante (jeweils von beiden Seiten ausgehend) im Verhältnis des goldenen Schnittes. Dadurch entwickeln sich ästhetisch wichtige Linien und/oder Felder, die bei der Komposition von Bedeutung sind bzw. waren. Eine stark vereinfachte Form wäre ein Raster, welches das gesamte Bild in 9 gleichgroße Teile gliedert, die so genannte Bilddrittelung.
 

     
Ein Klick auf ein Bild führt zur größeren Ansicht!

Natürlich hat man beim Fotografieren kein Raster im goldenen Schnitt im Sucher. Es ist einfach eine Frage des Blickes, eine Übungssache. Also viel Spass beim Ausprobieren!

24.09.2005

 

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