Gehört

Gesehen

Gelesen

Gefunden

Erlebt

Kulinarisches

Home | Malerei | Fotografie | Geschichten | Stil  

Absolut lesenswertes...                                                         letztes Update: 27.02.2010

Ohne Gleichen - Mein Buch der Bücher:

Rebecca Gablé - Das Lächeln der Fortuna - 1997 - Historischer Roman

Rebecca Gablé - Die Hüter der Rose - 2005 - Historischer Roman

Rebecca Gablé - Das Spiel der Könige - 2007 - Historischer Roman

Rebecca Gablé - Der König der purpurnen Stadt - 2002 - Historischer Roman

Rebecca Gablé - Hiobs Brüder - 2009 - Historischer Roman


Donna W. Cross - Die Päpstin - Historischer Roman

Ursula Niehaus - Die Seidenweberin - 2007 - Historischer Roman

Ken Follet - Die Säulen der Erde - Historischer Roman

Ken Follet - Die Tore der Welt - 2009 - Historischer Roman

Tess Gerritsen - Die Chirurgin (The Surgeon) - 2002 - Thriller

Tess Gerritsen - Scheintot (Vanish) - 2005 - Thriller

Nikola Hahn - Die Detektivin - 2002 - Historischer Kriminalroman/Ffm

Nikola Hahn - Die Farbe von Kristall - 2004 - Historischer Kriminalroman/Ffm

Sir Arthur Conan Doyle - Sherlock Holmes - Das Zeichen der Vier - 1890 - Detektivgeschichte

Sir Arthur Conan Doyle - Sherlock Holmes - Der Hund von Baskervile - 1901/1902 - Grusel!

Jung Chang - Wilde Schwäne - 1991 - Drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute

Noah Gordon - Der Medicus von Saragossa - 2001 - Historischer Roman

Noah Gordon - Der Medicus (The Physician) - 1997 - Erster Teil der Reihe

Noah Gordon - Der Schamane (Shaman)- 2003 - Zweiter Teil der Reihe

Noah Gordon - Die Erben des Medicus - 2005 - Dritter Teil der Reihe

Majgull Axelson - Augustas Haus (Slumpvandring) - 2000 - Roman

Akif Piriçci - Der Rumpf - 1992 - Drama oder Komödie?

Dan Brown - Illuminati (Angels & Demons) - 2000 - Thriller

Dan Brown - Sakrileg (The Da Vinci Code) - 2004 - Thriller

Dan Brown - Meteor (Deception Point) - 2003 - Thriller

michael klein - nie mehr 2. liga - 2003 - Spreewaldkrimi!!!

Kathy Reichs - Tote lügen nicht - 2000 - Medical-Thriller

Kathy Reichs - Durch Mark und Bein (Fatal Voyage) - 2004 - Medical-Thriller

Gardner McKay - Toyer - 1999 - Thriller

Barbara Wood - Rote Sonne Schwarzes Land - 2003 - Rassen-Drama

Paul Carson - Herzalarm - 2003 - Medical-Thriller

Paul Carson - Das Skalpell - 2001 - Medical-Thriller

F.Paul Wilson - Die Prüfung (The Foundation/The Select) - 1993 - Medical-Thriller

Michael Connelly - Schwarze Engel (Angel's Flight) - 1998 - Thriller

Michael Connelly - Das Zweite Herz - 2000 - Thriller

James Patterson - Rosenrot Mausetot (Roses are Red) - 2004 - Thriller

James Patterson - ...denn zum Küssen sind sie da (Kiss the Girls) - 1994 - Thriller

James Patterson - Wenn die Mäuse Katzen jagen (Cat & Mouse) - 1999 - Thriller

James Patterson - Stunde der Wahrheit (Violets Are Blue) - 2001 - Thriller

James Patterson - Mauer des Schweigens (Four Blind Mice) - 2003 - Thriller

James Patterson - Wer hat Angst vorm Schattenmann - 2004 - Thriller

Wolf Serno - Der Wanderchirurg - 2001 - Medizingeschichte Anno 1576

Wolf Serno -  Die Mission des Wanderchirurgen - 2005 - Historischer Roman

Wolf Serno - Der Chirurg von Campodios - 2003 - Historischer Roman

Beverly Swerling - Der Traum des Baders (City of Dreams: A Novel of Early Manhattan) - 2001 - Medizingeschichte Anno 1661

Penelope Williamson - Westwärts (Heart of the West) - 1995 - romantischer Western!



Geschmacksproben:

„[…] Bevor ich aber zum spaßigen Teil der Geschichte komme, halte ich es für angebracht, zunächst ein paar Fakten preiszugeben. Was ich vorhin sagte, war nämlich kein Witz. Ich gehöre tatsächlich einer Art von Lebewesen an, bei deren Erschaffung Mutter Natur so ziemlich einen in der Krone gehabt haben muss. Allerdings muss sie, was speziell meinen Fall anbelangt, bei dieser Tätigkeit nicht nur besoffen, sondern obendrein auf einem LSD-Trip gewesen sein. Kurz, ich wurde vor einigen Jahrzehnten mit einer so genannten Gliedmaßenfehlbildung geboren – oder sagen wir besser mit vier Gliedmaßenfehlbildungen. Diese Fehlbildung trägt den wunderschönen Namen Amelie und lässt garantiert jede Hebamme auf diesem Planeten nach der Vollendung ihrer Arbeit in Ohnmacht fallen. Auch meine Mutter muss wohl nicht gerade in Freudentränen ausgebrochen sein, als sie das Produkt ihrer neunmonatigen Mühsal zum ersten Mal zu Gesicht bekam. O nein, wahrscheinlich fiel die Gute vor Schreck rückwärts aus ihrem Wochenbett. Ein menschliches Geschöpf ohne Arme und Beine sieht für Augen, die diesen Anblick nicht gewohnt sind, grotesk aus, doch um wie vieles mag sich der Eindruck potenzieren, wenn es sich dabei um einen Säugling handelt? Jedenfalls hatte meine geliebte Mutter nach unserer ersten Begegnung wenig Lust, einen Wickelkurs zu absolvieren und ging stattdessen in die Kirche. Genauer gesagt ging sie nicht in, sondern vor die Kirche und postierte den Neugeborenen in einem Weidenkorb – ganz Fräulein Melodrama – vor deren Pforte. […]“ aus Akif Piriçci „Der Rumpf“ – Kapitel 1

„[…] Wohlvertraute Laute drangen an unsere Ohren, als wir über die Marmorpiste des Ganges mit einem Affentempo auf die Bibliothek zurasten. Hans hatte an der rechten Radnabe des Rollstuhls einen Bügel montiert, der nach unten zeigte und an dessen Ende, etwa fünf Zentimeter über dem Boden, eine pedalartige Metallauflage angebracht war. Mit dem rechten Fuß darauf ruhend, den linken zwecks rascher Fortbewegung vom Boden abstoßend, so kutschierte mich mein verwegener Fußpilot neuerdings mit Spitzengeschwindigkeiten durch die Heim-Highways […] Wir nahmen in selbstmörderischer Rasanz eine scharfe Linkskurve, stürmten in die Bibliothek und machten mit quietschenden Reifen vor dem gläsernen Ausleihpult eine so heftige Vollbremsung, dass ich aus dem Rollstuhl herausgeschleudert worden wäre, hätten mich nicht erstklassige Rennfahrergurte, die hans unlängst eingebaut hatte, zurückgehalten. […]“ aus Akif Piriçci „Der Rumpf“ – Kapitel 4

„[…] Herr Arnold wirke von Tag zu Tag zerknirschter und gereizter; seine früher grobschlächtige, aber kumpelhafte Haltung uns Rümpfen gegenüber kühlte sich immer mehr ab, so dass er leicht von Wutkollern heimgesucht wurde, wenn ihm zum Beispiel einige Retardierte bei seinen zahllosen Reparaturen am Belüftungssystem des Hauses auf den Wecker gingen. […]“ aus Akif Piriçci „Der Rumpf“ – Kapitel 5
 


"[...] "Meine Herren, ich habe die Ehre, Euch Senor Ramón Callicó zur Prüfung vorzustellen", sagte Nuno ruhig.
Einer der Prüfer war Miguel de Montenegro, ein kleiner, ernster Mann mit silbernem Haar und Bart. Nuno kannte ihn seit vielen Jahren und hatte Jona versichert, dass Montenegro als Prüfer streng und gewissenhaft, aber auch gerecht sein würde.
Der zweite Prüfer, Calca, war ein lächelnder, lebhafter Mann mit roten Haaren und einem spitzen Bärtchen. Er trug einen mit vertrocknetem Blut, Eiter und Schleim verschmierten Kittel. Nuno hatte Jona den Kittel bereits voller Verachtung als "dieses Mannes prahlerische Anpreisung seines Gewerbes" beschrieben und ihn gewarnt, dass Calca Galen gelesen habe und sonst kaum etwas, so dass sich die meisten seiner Fragen auf Galen beziehen würden.
Die vier Männer setzten sich an den Tisch [...] Jedem Prüfer standen zwei Runden Fragen zu, und Montenegro machte, seinem Rang als Ältester entsprechend, den Anfang. "Wenn Ihr gestattet, Senor Callicó. Ich möchte, dass Ihr uns die Vor- und Nachteile der Verschreibung von Theriak als Mittel gegen Fieber nennt."
"Ich will mit den Nachteilen beginnen", sagte Jona, "denn es gibt nur wenige, die schnell zu behandeln sind. Da diese Arznei aus bis zu siebzig Kräuteringredienzen besteht, ist sie schwierig in der Herstellung und teuer in der Beschaffung. Der Hauptvorteil besteht darin, dass sie ein bewährtes und wirksames Mittel gegen Fieber, Erkrankungen der Eingeweide und sogar gewisse Formen von Vergiftung ist..." [...] "Meine zweite Frage betrifft den Unterschied zwischen Quartan- und Tertianfieber."
"Tertianfieber tritt jeden dritten Tag auf, wobei der Tag des Auftretens als erster Tag gerechnet wird. Quartanfieber tritt jeden vierten Tag auf. Diese Fiber kommen hauptsächlich in Gegenden vor, wo das Klima warm und feucht ist, und sind oft begleitet von Schüttelfrösten, Schweißausbruchen und großer Schwäche." [...]
"Hippokrates und Aristoteles und anschließend Galen schrieben, dass die Hitze im Körper der Wesensquell des Lebens ist. Di innere Hitze wird vom Pneuma genärt, einem spiritus, der im reinsten Blut der Leber entsteht und von den Adern durch den Körper getragen wird. Doch man kann das Pneuma nicht sehen. Es..."
"Woher wisst Ihr, dass man es nicht sehen kann?" unterbrach ihn Calca, und Jona spürte Nonos warnendes Knie an dem seien.
Weil wir bis jetzt die Adern und Organe von vier Leichen seziert haben und Nuno mir nur Gewebe und Blut gezeigt  und mich darauf hingewiesen hat, dass etwas, das man Pneuma nennen könnte, nicht zu sehen ist. Er war ein Narr; Calca würde merken, dass so etwas nur wissen konnte, wer eine Leiche geöffnet hatte oder Zeige einer solchen Öffnung gewesen war. Einen Augenblick lang lähmte der Schreck seine Stimmbänder.
"Das... das habe ich gelesen."
"Wo habt Ihr dies gelesen, Senor Callicó? Denn mir scheint es, dass ich noch nie gehört habe, ob man das Pneuma sehen kann oder nicht."
Jona zögerte. "Bei Avicenna oder Galen habe ich es nicht gelesen", sagte er, als versuche er, sich zu erinnern. "Ich glaube, es war bei Teodorico Borgognoni."
Calca sah ihn an.
"Aber natürlich", sagte Miguel de Montenegro. "Das ist es. Ich erinnere mich auch daran, es bei Teodorico Borgognoni gelesen zu haben." Auch Nuno nickte zustimmend.
Nun nickte Calca ebenfalls. "Borgognoni, natürlich." [...]
"Erklärt uns, wie sich bei einer Epidemie die Krankheit verbreitet."
"In verwesenden Leichen oder im brackigen Wasser von Sümpfen bilden sich giftige Miasmen. Warme, feuchte, mit Fäulnis verseuchte Luft gibt schädliche Dämpfe ab, die, wenn von Gesunden eingeatmet, deren Körper befallen und krank machen kann. Während einer Epidemie sollte man die Gesunden auffordern, so weit zu fliehen, dass der Wind die Miasmen nicht bis zu ihnen tragen kann." [...]
"Was bedeutet es, wenn der Urin gelblich verfärbt ist?"
"Dass er ein gewisses Maß an Galle enthält."
"Und wenn der Urin die Farbe von Feuer hat?"
"Dann enthält er eine große Menge Galle."
"Dunkelrote Pisse?"
"Bei jemandem, der keinen Safran gegessen hat, bedeutet das Blut im Urin."
"Wenn im Urin Bodensatz festzustellen ist?"
"Das deutet auf eine innere Schwäche des Patienten hin. Wenn der Bodensatz aussieht wie Kleie und einen üblen Geruch verströmt, deutet dies auf eine Vereiterung der Harngänge hin. Wenn der Bodensatz zersetztes Blut enthält, bedeutet dies einen entzündlichen Tumor." [...]
sagte Montenegro und erhob sich, um das dicke, ledergebundene städtische Register vom Regal zu holen. Er verzeichnete darin die Namen der Prüfer und des Bewerbers und auch die Auskunft, dass am 17. Oktober im Jahre des Herrn 1506 Senor Ramón Callicó aus Saragossa geprüft und für würdig befunden und als Arzt zugelassen worden sei. [...]" aus Noah Gordon "Der Medicus von Saragossa" Teil II - 2. Kapitel
 


"[...] Früher einmal hatte es jemand genossen, dieses Zimmer schön zu gestalten... Und jetzt sollte es bald wieder schön werden. Bereits am ersten Tag schaffte sie es, alle Polstermöbel im ersten Stock zu klopfen und alle Böden dort oben zu scheuern, am folgenden Tag putzte sie vier Fenster. Anschließend trug sie Teppiche und Bettzeug in den Garten hinaus und klopfte sie, stand dabei in einer Staubwolke und hörte das Echo über ganz Herräng hallen. Andere Frauen nahmen ihren Weg am Garten des Steigers vorbei, einige beäugten sie misstrauisch, andere nickten ihr lächelnd zu. Augusta ahnte, was hinter ihrem Rücken geflüstert wurde: Sicher, die Person ist wohl fleißig und ordentlich, aber man darf nicht vergessen, dass sie mit einem Kind im Arm nach Herräng gekommen war... Augusta schnaubte und packte den Teppichklopfer extra fest. Pah! Als ob Olga das erste uneheliche Kind auf der Welt wäre! Oder in Herräng.

Der dritte Tag begann mit einem Schock. Früh am Morgen hatte sie eine Wanne mit heißem Seifenwasser fertig gemacht und sie neben die Pumpe ins Gras gestellt, dann nahm sie die Spitzengardine in der guten Stube ab und trug sie hinaus. Sie war grau vor Schmutz, aber das Muster war zierlich und schön, große Rosen auf sich ringelnden Stielen. Nach dem Waschen wollte sie sie zum Trocknen auf der Wäscheleine hinterm Haus hängen, und bereits jetzt freute sie sich darauf, wie schön es aussehen würde, wenn die weiße Spitze im Wind tanzte.
Und dann verschwand sie stattdessen. Schmolz dahin. Verwandelte sich in Nichts.
Zuerst verstand sie gar nicht, was da geschah. Sie tauchte die Hände in die Wanne und wühlte darin herum, bekam aber nichts zu fassen außer ein paar losen Baumwollfäden, die wie weiße Würmer über ihren Fingern hingen, als sie die Hände wieder aus dem Wasser zog. Sie starrte sie einen Augenblick lang an, bevor sie die Hände von neuem hineintauchte und herumrührte. Stoffreste und Fäden. Sie konnte ganz viele lose Fäden fühlen. Aber keine Gardine. Es gab ganz einfach keine Spitzengardine mehr in der Wanne. Sie war geschmolzen. Hatte sich aufgelöst. Sich in ein Nichts verwandelt.
Der Schreck raubte ihr den Atem, uns sie wich zurück, beide Hände auf den Mund gepresst. Gütiger Himmel! Sie hatte die Gute-Stube-Gardine des Steigers ruiniert! Jetzt hatte er einen Grund, seiner Wut freien Lauf zu lassen, dieser stummen Raserei, die sie die ganze Zeit unter seinem glotzenden Schweigen erahnt hatte. Er würde sie vor die Tür setzen, und wohin sollte sie sich dann wenden? Und Olga? Würde sie eine Stelle finden, bei der sie Olga bei sich behalten durfte? [...]" aus Majgull Axelsson "Augustas Haus" - 4. Kapitel

 

Home | Grußkarten | Gästebuch | Impressum | Kontakt